Wilhelm Keller

Wilhelm Keller (1920 – 2008)

Früh wurde Wilhelm Keller von seiner Mutter musikalisch gefördert, lernte zunächst Geige, wechselte aber bald zum Klavier über. Sein Vater sang und spielte viel mit seinen drei Kindern und legte so wohl auch mit die Grundlage für den auch später noch aus großer Spiellust heraus komponierenden und gestaltenden Musiktheoretiker wie Musikpädagogen Wilhelm Keller. Nach Studien in Leipzig und Salzburg und einem Lehrauftrag für Tonsatz und Liedkorrepetition am Mozarteum nahm Keller einen Ruf an die Nordwestdeutsche Musikakademie Detmold an. 1947 lernte Keller Orff persönlich kennen und war sofort fasziniert von dessen eigenständiger Art zu komponieren. Auch dessen pädagogische Ideen nahm Keller mit Begeisterung auf und wurde ein engagierter Kämpfer für die Verbreitung des Orff-Schulwerks der ersten Stunde bis weit über seine Emeritierung im Jahre 1981 hinaus. 1962 holte Orff Wilhelm Keller zurück nach Salzburg ans Orff-Institut. Dort baute Keller insbesondere die sozial- und sonderpädagogische Arbeit mit dem Orff-Schulwerk auf und leitete ein eigenes Forschungsinstitut seit 1973. Viele Veröffentlichungen sind das Ergebnis seiner langjährigen praktischen wie theoretischen Beschäftigung mit dem Orff-Schulwerk und gehören heute zu den wichtigsten Quellen für dessen innovative Pädagogik, die er auch auf unzähligen Kursen in vielen Ländern der Welt unermüdlich vertrat. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit weist sein Nachlass ihn als vielseitigen Komponisten vor allem von Vokalwerken aus.