Gunild Keetman

Gunild Keetman (1905 – 1990)

Gemeinsam mit vier Geschwistern erhält Gunild Keetman eine solide musikalische Ausbildung, wobei insbesondere das Streichquartettspiel im Rahmen der Hausmusik gepflegt wird. Nach zwei missglückten Studiensemester in Bonn und Berlin entdeckt Keetman die Günther-Schule in München, in der sie das Umfeld findet, dass ihren gleichermaßen ausgebildeten Interessen für Musik und Bewegung entspricht. Schon bald entdeckt Orff die Doppelbegabung Keetmans und eine lebenslange hoch produktive Zusammenarbeit beginnt. An der Schulwerkausgabe „Musik für Kinder“ ist Keetman mit einem großen Anteil von eigenen Kompositionen, vor allem was die Instrumentalstücke betrifft, beteiligt. Sie war für Orff stets das ausführende Organ seiner Ideen und Konzepte. 1949 beginnt Keetman mit Orff-Schulwerk-Kinderkursen am Mozarteum in Salzburg, später werden die Kurse auch für Musikstudierende angeboten. Sie vertritt das Orff-Schulwerk im In- und Ausland auf Fachtagungen und trägt wesentlich zu dessen Verbreitung bei. In ihren Händen liegt auch die praktische Bewegungsarbeit in den ersten Jahren des Orff-Instituts in Salzburg. 1970 erscheint ihr Buch „Elementaria“, als didaktischer Leitfaden für den ersten Umgang mit dem Orff-Schulwerk. In den kommenden Jahren zieht sie sich aus der praktischen Arbeit zurück und widmet sich der Herausgabe zahlreicher Werke für Blockflöte, gemeinsam mit ihrer Freundin und Kollegin Minna Ronnefeld.